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Nockenwellenversteller Rasselgeräusch nach Kaltstart 90kw

Alles zum neuen Scirocco

Nockenwellenversteller Rasselgeräusch nach Kaltstart 90kw

Beitragvon rocco-t48 » 14.03.2012 18:51

Hallo zusammen,

Ich habe einen Scirocco mit dem 90kw Benzin Motor EZ 10/2009, 18193 Km.

Seit einingen Wochen ist mir aufgefallen, dass ich nach dem Kaltstart ein kurzes Rasseln höre, für ca. 2-3 Sekunden.
Dachte mir dann selber schon, dass das der Nockenwellenversteller ist (bin Kraftfahrzeugtechnikermeister).
Auch bereits gelesen im Internet, dass das ein bekanntes Problem bei Volkswagen sei.
Daraufhin bin ich zu unserem Volkswagen-Zentrum gefahren.
Lies mein Auto dort über Nacht stehen, dass sie es am nächsten morgen (Kaltstart) prüfen können.
Ergebnis: Nockenwellenversteller defekt, hatten da auch einen Eintrag im VW System. Kostenvoranschlag alles inklusive 1395,82 Euro.
Mein Händler hatte dann einen Kulanzantrag gestellt, da der Wagen ja "schon" ein halbes Jahr aus der Gewährleistung draussen ist.
VW sagte sie sind Kulant und geben 70% auf Material (ca. 300 Euro der Rechnung) und 0% Lohnkosten. Mein Händler sagte mir, dass er erst ab 1600 Euro einen "Sonderkulanzantrag" stellen kann.
Dann dachte ich mir, dass es das bei 18000km nicht sein kann!
Habe dann die Kundenbetreuung von VW angerufen, die haben meine Daten erfasst und sich den Schaden schildern lassen.

Siehe da, nach 1,5 Stunden (find ich ehrlich gesagt sehr schnell) rufte mich eine Dame vom VW Kundenservice an und teilte mir mit, dass sie die Rep. Kosten zu 100% übernehmen sowohl Material als auch Lohnkosten.
Das einzige was sie nicht übernehmen können sind benötigte Schmiermittel. Das finde ich persönlich das kleinste Problem!

Wollte mit meinem Eintrag nur mal Mitteilen, dass ich mich da echt über die Abwicklung von VW freue und hoffe, dass ich evtl. Leuten mit ähnlichem Fall weiter helfen konnte
rocco-t48
 
Beiträge: 2
Registriert: 14.03.2012 18:24

Re: Nockenwellenversteller Rasselgeräusch nach Kaltstart 90k

Beitragvon rocco-t48 » 15.03.2012 20:13

so, heut ist er fertig geworden, hab ihn gestern abend abgeliefert..
hatte heute keine zeit ihn zu holen, werd ich gleich morgen früh machen.

Am Telefon meinte der KD-Berater nur, dass sie den Kettenspanner auch gleich noch mitgemacht haben wenn sie schonmal offen hatten. Übrigens auch ohne Probleme auf Kulanz. :hurra:

Hab übrigens vor kurzem ne GRA nachgerüstet (selber) die noch nicht freigeschaltet war. Haben sie mir auch kostenlos noch gemacht! Muss echt sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit meinem VW-Händler :respekt: , dabei hab ich das Auto nicht mal bei denen gekauft :lol:
rocco-t48
 
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Re: Nockenwellenversteller Rasselgeräusch nach Kaltstart 90k

Beitragvon RainMan » 05.04.2015 11:36

Hallo, ich habe einen 1.4 TSI mit EZ 10/2011, jetzt 40.000 km. Selber bin ich ein älteres Semester (BJ 1959) und habe mir einfach den Scirocco gekauft, weil die Kids alle erwachsen sind und ich einfach in meinem Leben zuviele praktische, aber langweilige Autos (Daimler) gefahren habe. Dies hier ist mein erster Post, nehmt bitte Rücksicht mit mir als Newbee. Ich konstruiere Motoren und das seit 1986 und habe im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit diverse Kettentriebe entwickelt (BMW M3 und M5, Mclaren F1, diverse Rennmotoren).

Also beruflich vorbelastet.

Auch ich hatte das Klappern bemerkt, wusste ich sofort woher es kommt, konnte aber nicht glauben, dass es an diesen Teilen liegt und was VW in die Autos verbaut. Also den KD-Betreuer angerufen und mal gefragt, warum die Teile klappern und ob denn Rücklaufsperren auf der Druckseite verbaut wären.

Antwort: Nein, erst die nachgerüsteten Teile hätten Rücklaufsperren. Mein Auto nicht. Ich hatte eine Gebrauchtwagengarantie abgeschlossen und es wurde erfreulich auf Kulanz repariert. Es gibt auch einen Fernsehbericht (leider keine Quelle mehr verfügbar) wo VW alle Vorwürfe ausräumt und darauf verweist, es wäre "toleranzbedingt" und sogar dreist sagt, dieses Klappern wäre "Stand der Technik". Der unwissende Kunde bleibt auf den Kosten sitzen.

Ich bin froh, dass nachgerüstet wurde. Der Motor hatte vorher wegen verschobener Steuerzeiten infolge Kettenverschleiss/ Schienenverschleiss ein späte(re)s Öffnen der Nocken. Auch wenn das nur ca. 3-5 Grad sind, das machte den Rocco vom Verbrennungsgeräusch "knurrend". Ich hatte den Eindruck, der arbeitet den Zünddruck auf die Kurbelwellenlager durch bei niedrigen Drehzahlen. Nach der Tauschaktion ist das Knurren verschwunden, der Motor läuft frei und von der Charakteristik auch sehr angenehm und kaum wiederzuerkennen.

Es ist auch mithin trauriger Zeitgeist, dass alle Entwicklungen in sehr kurzer Zeit stehen müssen und dann nur noch nach der "Prinzip der Gleichteileerprobung" getestet werden. Das ist ein bösartiges Prinzip, das widerum den Kostensparern eingefallen ist. Gleichteileerprobung heisst, wenn ein Teil bei einem schon produzierten Fahrzeug erprobt ist, wird es in der Neuentwicklung nicht erprobt. So macht man sich das Leben leicht und läuft aber große Gefahr, dass Teile plötzlich unter anderen motorischen Einbaubedingungen anderes Verhalten zeigen.

Rücklaufsperren sind seit über 20 Jahren in den Motoren bekannte, verwendete und sinnvolle Bauteile. Dass die Zahnketten zwar leiser laufen aber sich mehr längen und dass es unterschiedliche Laschungen gibt, ist auch bekannt. Es wurde schlichthin das Billigste verbaut, was erhältlich war. Das ist der Grund, ich denke sehr wohl, dass die Ingenieure bei VW Motoren konstruieren können.

Man sollte den Kostensparern doch mal vorhalten, was hier real "gespart" wurde wenn teuer nachgerüstet werden muss.

Es bleibt aber ein irritiertes Kopfschütteln, wie diese Firma argumentiert und besonders dann Jahre braucht um diesen Fehltritt zu beseitigen.
RainMan
 
Beiträge: 1
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Re: Nockenwellenversteller Rasselgeräusch nach Kaltstart 90k

Beitragvon einsjott6 » 25.04.2015 19:06

@RainMan,

Die Problematik, die Du beschreibst ist Alltag, bei fast allen Herstellern, auch VW bildet hier leider keine Ausnahme. Der Renditedruck, Cash & Shareholder Value diktieren sämtliche Kosten in der Entwicklung, Erprobung & Produktion. Leider hat schon lange nicht mehr die Technische Entwicklung das Sagen, welche Teile verbaut werden, sondern in letzter Konsequenz, das Controlling.

Der aktuelle Streit bei VW zwischen Ferdinand Piech & Martin Winterkorn beschreibt diese Situation sehr anschaulich, VW, als Marke hat eine Rendite von gerade mal 2,5%, geplant waren mal 7% in der Zeit, als Piech noch selbst CEO war. Auch er schaffte es damals nicht. Toyota schafft hier unglaubliche 8,6%.

VW leidet darunter, daß die Autos qualitativ und entwicklungstechnisch kaum schlechter dastehen sollen, als Audi, BMW und Mercedes, aber man eben als Massenhersteller, trotz aller Synergien in der Produktion, nicht annähernd das pro Auto verdient, was im Luxussegment möglich ist.

Selbst der als Durchbruch und Quantensprung bezeichnete MQB-Baukasten bleibt in der Realität vieles schuldig, weil die Diversifikation der einzelnen Modelle immer noch viel zu groß und damit teuer ist.

Noch sehr viel teure Standorte in Westeuropa, mächtige Gewerkschaften & Betriebsräte tuen hier das Übrige, daß die Marke VW nicht so richtig profitabel ist. Desweiteren hat man trotz der Gleichteilestrategie zuviele Fzg. im Konzern die unnötig sind und sich nicht rechnen, weil die Stückzahl zu gering ist, der Aufwand für Karosserie & Innenausstattung frisst den technischen Gleichteilestandard wieder auf. Zudem kannibalisieren sich z. B. Skoda, Seat & VW gegenseitig mit technisch identischen Modellen, ein absolutes NOGO in jedem Unternehmen. Die Eroberung neuer Käuferkreise muss immer beim Konkurrenten erfolgen, niemals im eigenen Konzern, dies besonders bei weitgehend gesättigten Märkten.

Abhilfe hier wäre der Verzicht der Marke Seat, das Ausdünnen von unprofitablen Modellen, wie dem EOS, Sharan, Scirocco, Beetle, Phaeton u. a..

Aber dies würde bedeuten, daß ganze Produktionswerke dauerhaft geschlossen werden müssten, was natürlich keine gute Presse bedeuten würde. Man hat einfach vielmehr Produktionskapazitäten, als man diese dauerhaft auslasten könnte.

Genau das führt zu den von Dir beschriebenen Erscheinungen und läßt sich auf viele andere Baugruppen im Auto nahtlos 1:1 übertragen.

Grundlage ist, das Gros (85-90%) muss die 2-jährige Garantiezeit überstehen, der Rest geht in die Kulanz, die nicht mal Allen gewährt wird, daß ist (leider) billiger, als von Haus aus, qualitativ bessere Teile einzubauen.

Speziell das Steuerkettenproblem besteht seit über 12 Jahren und ist einfach nicht totzukriegen. Porsche & Daimler haben die von VW bezogenen V(R)6 Motoren technisch überarbeitet, indem man Duplexketten, statt der anfälligen Simplexketten verbaute. VW konnte sich bis heute zu diesem Schritt nicht durchringen.

Beim aktuellen 2,0L TSI-Motor EA888, wurde wieder nur eine Simplexkette verbaut, diesmal allerdings, zur Kontrolle eine Wartungsöffnung eingebaut, genialer Schwachsinn, dies beweist, das VW sehr wohl die Problematik kennt. :motz:

Da ich in der Vergangenheit selbst bei einem großen Autozulieferer in der Entwicklung & Erprobung gearbeitet habe, weiß ich welchen Druck die Hersteller auf die Zulieferer ausüben, schnelle Entwicklung von immer anspruchsvolleren Baugruppen mit komplexer Technik zu Preisen, die bei der Verwendung von qualitativ hochwertigen Komponenten dazu führen, daß der Gewinn beim Zulieferer pro Teil, nur noch um die 1% beträgt.

Folge, es wird nicht das technisch Beste verbaut, sondern ein Kompromiss der Zulieferer, Hersteller & Vertrieb befriedigt.

Bei Ausschreibungen seitens der Hersteller ist es bei meinem ehemaligen Arbeitgeber schon passiert, daß man über 100 Mio in Entwicklung eines Produktes investiert hat, beim Zuschlag für die Lieferung allerdings einem Konkurrenten unterlegen ist, der ein technisch identisch leistungfähiges Teil 5€ pro Stück günstiger angeboten hat, so daß ein Großteil der Entwicklungskosten abgeschrieben werden mussten, wenn nicht die Chance besteht das Teil in angepasster Form einem anderen Hersteller anbieten zu können und den Auftrag zur Lieferung zu bekommen!!

Nur soviel dazu, um einmal Aussenstehenden zu verdeutlichen, wie es dann zu derlei Erscheinungen und Problemen kommt, die der Kunde dann beklagt.

Dies ist allerdings kein Phänomen, daß auf die Autoindustrie beschränkt ist, sondern alle Produkte & Industrieen einschließt!!! :motz: :cry: :motz: :cry:

Gruß
Achim
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