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Rußpartikelfilter für den VW Golf IV / Golf V

Förderung für Dieselpartikelfilter

Beschlossen wurde jetzt eine Förderung für Rußpartikelfilter: für Nachrüstung in den Jahren 2006 - 2009 gibt es einen einmaligen Steuernachlaß von 330 EUR. Für Neufahrzeuge gibt es keine Förderung.
Für Diesel-PKW ohne Partikelfilter wird ab dem 1. April 2007 für vier Jahre (bis zum 31.03.2011) ein Aufschlag von 1,20 EUR/100cm3 auf die Kfz-Steuer erhoben. Das macht bei einem 1.9 TDI 22,80 EUR Mehrbelastung im Jahr bzw. 91,20 EUR insgesamt.
 
Zusätzlich wurde die gesetzliche Grundlage für selektive Fahrverbote geschaffen. Um diese durchzusetzen werden die unterschiedlichen Schadstoffklassen mit verschiedenen Plaketten gekennzeichnet. Fahrzeuge mit EU5, EU4 und D4 erhalten eine grüne; Fahrzeuge mit EU3 eine gelbe und EU2-Fahrzeuge eine rote Plakette. Die Städte haben dann die Möglichkeit selektive Fahrverbote zu verhängen. Diesel ohne Rußpartikelfilter werden nicht besonders gekennzeichnet, d.h. es besteht keine Notwendigkeit einen Rußfilter nachzurüsten, wenn der Wagen auch ohne ihn die EU4 erfüllt.
 
Der ADAC hat einen Plaketten-Finder online gestellt, mit dem man sehr einfach die Einstufung feststellen kann.
 

VW Golf V - Neufahrzeuge

Seit Ende 2005 kann der Golf V TDI für ca. 570 EUR Aufpreis mit einem Rußpartikelfilter (DPF) ausgestattet werden.
Für alle ab Mai 2005 zugelassenen VWs hieß es ursprünglich, das Volkswagen die Nachrüstung für den gleichen Preis anbietet. Mittlerweile soll es unter der ET-Nr. 1KO 254 800/A für 725 EUR einen Nachrüstfilter geben.
 
Bei Neufahrzeugen reduziert der Partikelfilter den Partikelausstoß um bis zu 90%.

Nachrüstlösungen für Rußfilter

Bei der Nachrüstung schreibt der Gesetzgeber für Fahrzeuge, die älter als fünf Jahre oder mehr als 80.000 Kilometer gelaufen sind, grundsätzlich auch den Austausch des Katalysators vor. Idealerweise rüstet man daher Kombisysteme nach, die neben dem DPF auch den Oxi-Kat enthalten.

Nachrüstlösungen bieten neben VW die Firmen TwinTec, Bosal und HJS an.
 
Auf den Webseiten des ARD Plusminus-Magazins findet man Informationen über die Qualität von Nachrüst-Lösungen.
 
VW
 
Beim VW-Vertragspartner kann man Volkswagen Original Dieselpartikelfilter mit integriertem Kat nachrüsten lassen. Für den Golf IV lautet die ET-Nr. 1JO 254 800 AX. Plus Satz Befestigungsteile ET-Nr. 1JO 298 095 kostet das incl. Einbau ca. 755 EUR.
 
HJS
 
für folgende Motorisierungen kann ein Partikelfilter mit Partikelminderungsstufe PM2 (Euro4, 25mg/km) oder PM3 (12,5mg/km) nachgerüstet werden:
 
Golf IV 1.9 TDI - Motorkennbuchstabe ALH, ATD, AXR, AHF, ASV, AJM, AUY, ASZ, ARL
Golf V 1.9 TDI - Motorkennbuchstabe BRU, BKC, BLS
Golf V 2.0 TDI - Motorkennbuchstabe BKD
 
Beim Golf IV wird hierbei der Haupt-Katalysator ersetzt; beim Golf V wird der DPF dahinter eingebaut. Beim Golf V darf der Oxi-Katalysator max. 5 Jahre oder 80.000km alt sein, sonst muß er ersetzt werden. Genaue Infos siehe Lieferprogramm von HJS.
 
Twin-Tec
 
Golf IV 1.9 TDI - Motorkennbuchstabe ALH, ATD, AXR, ASV, AJM, AUY
Golf V 1.9 TDI - Motorkennbuchstabe BKC
Golf V 2.0 TDI - Motorkennbuchstabe AZV, BKD
 
Im Gegensatz zur HJS-Lösung wird hier der Partikelfilter immer zusätzlich eingebaut und daher muß der vorgeschaltete Oxi-Katalysator mit ausgetauscht werden, wenn er älter als 5 Jahre oder 80.000 km ist. Das aktuelle Lieferprogramm von Twin-Tec.
 
Bosal
 
Die Nachrüstfilter der Firma Bosal enthalten bereits einen Oxi-Katalysator und sollen im Zubehör ca. 400 EUR kosten. Somit sind sie eine der günstigsten Nachrüstlösungen.
 
Infos zu den Motorkennbuchstaben stehen unter Tips & Tricks.

unwirksame Partikelfilter

Die Firmen GAT, Tenneco und Bosal haben unwirksame Filtersystem auf den Markt bebracht. Die Betriebserlaubnis wurde vom KBA zurückgezogen. Die fehlerhaften Filter reduzieren auf jeden Fall den Partikelausstoß nicht in ausreichendem Umfang. Einige Filter sollen sogar zu erhöhtem Schadstoffaustsoß oder erhöhtem Verbrauch führen. Im Extremfall ist wohl sogar ein Motorschaden nicht ausgeschlossen.
 
Um einem drohenden Verlust der Betriebserlaubnis zuvorzukommen, wurde vom Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) mit den Ministerien eine Kulanzregelung getroffen. Diese Kulanzregelung stellt sicher, das unwirksame DPF auf jeden Fall kostenlos gegen ein wirksames System ausgetauscht wird. Der Austausch muss auch dann vollkommen kostenlos erfolgen, wenn es lieferbare Rußfilter nur von (teureren) Drittanbietern gibt.
 
Wie zur Zeit der Presse zu entnehmen ist, weigern sich insbesondere viele große Werkstattketten der kostenlosen Austauschregelung nachzukommen. Die Deutsche Umwelthilfe informiert unter www.duh.de über die Ansprüche der Fahrzeugbesitzer und über Werkstätten die sich der Kulanzregelung verweigern. Eine gemeinsame Plattforum von DUH und GVA unter www.diesel-filter-tausch.de verspricht allen ungeklärten Fällen nachzugehen.
 
Mein Rat: nicht lockerlassen und auf dem kostenlosen (!) Austausch bestehen. Sollte die Betriebserlaubnis nachträglich noch zurückgezogen werden, ist sonst der Fahrzeugbesitzer der Dumme.

Probleme mit serienmäßigen Partikelfiltern

Mittlerweile mehren sich die Berichte nach denen es insbesondere bei den serienmäßig verbauten geschlossenen Systemen zu Problemen kommt. Bei viel Stadt- und Kurzstreckenverkehr wird nie die zum Regenerieren des Rußfilters erforderliche Abgastemperatur erreicht. Wenn die entsprechende Kontrollleuchte aufleuchtet kann man versuchen das Freibrennen des Filters durch eine Regenerationsfahrt zu erreichen. Die Bedingungen dafür sind im Handbuch beschrieben. Schlägt das mehrfach fehl, wird ein Besuch in der Werkstatt notwendig. Noch streiten sich die Experten darüber ob dies zu akzeptierender Stand der Technik ist oder einen Mangel darstellt.

Filtersysteme

Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Systemen. Die allerersten Rußfilter-Systeme benötigten noch ein zusätzliches Additiv um den Filter regelmäßig freizubrennen. Dies wird bei allen aktuellen Systemen ausschließlich über Eingriffe ins Motormanagement geregelt, um die Abgastemperatur kurzzeitig zu erhöhen. Dies ist auch ein Kennzeichen der geschlossenen Systeme. Damit wird ein Wirkungsgrad von über 90% erreicht. Die in Nachrüstlösungen eingesetzten offenen Systeme erreichen nur eine Wirkung von 30 - 40%, ein Eingriff in das Motormanagement erfolgt hier nicht.

Kritik

lt. Bundesumweltministerium wurden 2001 die Feinstaubemmissionen zu 17% vom Straßenverkehr verursacht. Davon wiederum verursachen PKWs nur etwa 1/3.
 
Das bedeutet nur 5,7% der Feinstäube stammen von PKWs! Warum werden keine Maßnahmen für LKW und Industriebetriebe beschlossen?
 
Desweiteren ist die Strafsteuer für 'Stinker' so gering, das sich davon kaum jemand motivieren läßt einen teuren Filter nachzurüsten. Dazu kommt, das es für viele PKW keine Nachrüstlösung gibt. Außerdem sind auch EU4-Diesel ohne Rußfilter nicht von einem Fahrverbot bedroht. Letztendlich ist es also nur eine willkommene Mehreinnahme für die Staatskasse.

Stand: 16.07.2008